Kritik

„Da traten die Jugendlichen auf, die man als Erwachsener der MTV- bzw. SMS-Generation zurechnet und denen man keinen vernünfigen Satz zugetraut hat. Alles falsch, alles Vorurteil! Stattdessen kehrten die Akteure auf der Bühne das Stattbahnshofs vor großem Publikum praktisch ihr Innerstes nach außen. Kaum ein Thema, das eine jungen Menschen an der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsensein bewegt – Freundschaft, Liebe, Elektern, Umweltängste usw. – wurde ausgespart. Viele bezogen inhaltlich ganz klar Stellung und das in einer Sprache, die stets authentisch war. Da war nichts von jener vermeintlichen Gaga-Jugendsprache zu hören, die mangelegentlich in den Medien zu hören bekommt; und wenn, dann war das als ironisches Element geschickt verarbeitet (…)“
Erich Schneider, Kulturamtsleiter der Stadt Schweinfurt

„Mit einem Topf von 1500 Euro aus privaten Spendenmitteln ermöglicht Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser jetzt eine intensive Förderung: Der Sieger des neuen „wortARTikulation-U20-Förderpreises“ wird zwischen dem Auftritt und der deutschsprachigen Meisterschaft mit Einzelschulungen und bundesweiten Auftritten, etwa beim U20-Festival in Berlin, vorbereitet, berichtet Manger. Während dieser Sieger, wie im Poetry Slam üblich, vom Publikum ermittelt wird, wählt die OB einen weiteren Teilnehmer aus, der von ihr eine gezielte Förderung erhält …“
Stadt Kultur Schweinfurt, 01.02.2008

„… Die Artikulation stimmt, die Worte fließen und der Rhythmus lässt die Workshop-Teilnehmer fast mit dem Kopf nicken. Tosender Applaus. Ein Trend etabliert sich in Schweinfurt. (…) Lektion Nummer eins: Sprechdurchfall. Was schnell in aberwitziges Gebrabbel ausartet und wie eine Aggressionsabbauhilfe wirkt, schüttelt Berührungsängste ab. „Durchfall ist gut für den Mund“, ermuntert Lars die Gruppe zu einem wilden Austausch von Sinnlosigkeiten nur um des Sprechens willen…“
Neun 7

„Zum zweiten Mal durfte er sich im Stattbahnhof hemmungslos austoben: Der „Text-wahnsinn“ des U20-Poetry-Slams, wie es eine Teilnehmerin der beiden Dichter-Workshops (…) ausdrückte. Die Musen kreisten über Schweinfurt, als elf lyrische Einzelkämpfer und ein Team, jeweils fünf Minuten lang, ihre Werke zum Besten gaben – davon mehr als die Hälfte Poetinnen. (…) Außerdem gaben die Texte (…) wieder einen tiefen Einblick ins Gefühlsleben der nächsten Generation. Auffallend oft ging es bei den Teenagern um die Lebenssuche, manchmal verbissen oder fast schon zynisch-psychedelisch angehaucht, um frühen Hass und Liebe.“
Mainpost, 10.04.2008

„Drei Tage Koma-Saufen, 20 Schuhe shoppen oder 96-jährige Millionäre heiraten wollen: Ums echte oder vermeintliche Lebensgefühl der heutigen Juend ging es beim dritten U20-Poetry Slam im Stattbahnhof. (…) Das Marburger Slam-Urgestein Lars Ruppel leitete mit Felix Römer aus Berlin erst den Workshop, richtete hernach die gut besuchte Dichterschlachtschüssel an – in direkter Konkurrenz mit dem Eurovision Song Contest und irgendwie sogar niveauvoller.“
Mainpost, 22.05.2009

„Es explodierte mancher Reaktor und dem Super-GAU folgte der komplette Untergang gleich auf den Versen – und sei es nur der einer Scheinwelt. Schwärzester Moll traf auf mollig warme Gefühle – wie die Liebe: Mal melodramatisch-düster, mal jugendweise-romantisch geriet der vierte U20-Poetry Slam im Stattbahnhof (…). Die Poetry-Slam-Szene am Main (…) bedankte sich (…) mit einem Besucherrekord von 110 Ohrenpaaren.“
Mainpost, 02.10.2009

„Schweinfurt hat eine Leuchtturmfunktion“ – in dem Fall für 13 junge fränkische Verseschmiede, die zum ersten U20-Poetry-Slam auf Regionalebene an den Main gereist sind. Mehr als die Hälfte kommt aus der Rückertstadt selbst – sowie aus „Geo“ und Wipfeld, das Co-Moderator Christian Ritter für die kleinste Poetry Slam-Metropole Deutschlands hält.“
Mainpost, 22.09.2010

„Begeisterung ist keine Heringsware, die man einpökelt auf einige Jahre“, zitierte Schweinfurts Dichterfürst Manfred Manger zum Einstieg den großen Kollegen Goethe. Frisch und echt war dann auch die Begeisterung für den achten U20-Poetry Slam, die „Stadtmeisterschaften“ im Stattbahnhof. Für besonders gute Laune sorgte der Frankfurter Ausnahme-Slammer und Wort-Rapper Dalibor (…)“
Mainpost, 17.05.2011